-
Meine wichtigsten politischen Positionen
Klimapolitik
Klimapolitik
Der Klimawandel und die damit verbundenen Folgen wie das Artensterben gehören zu den grössten Herausforderungen, denen sich die Menschheit je stellen musste. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse zeigen, dass das Ziel, die globale Erwärmung auf 1,5 °C zu begrenzen, kaum mehr erreichbar ist. Auch das Ziel von maximal 2 °C gerät angesichts der aktuellen weltpolitischen Lage zunehmend unter Druck.
Diese ernüchternde Ausgangslage darf uns jedoch nicht davon abhalten, den Ausstoss von Treibhausgasen weiter und entschlossen zu reduzieren. Denn die Schwere der klimatischen, ökologischen und wirtschaftlichen Folgen hängt direkt vom Ausmass der Erwärmung ab. Jedes vermiedene Zehntelgrad zählt. Daraus folgt, dass wir unsere Netto-Treibhausgasemissionen langfristig auf null senken müssen.
Als Stadt Zürich können wir dieses globale Problem nicht im Alleingang lösen. Zentrale rechtliche Rahmenbedingungen werden auf Bundes- oder Kantonsebene festgelegt, viele Konsumgüter werden im Ausland produziert, ein grosser Teil der Emissionen entsteht ausserhalb der Stadtgrenzen.
Gerade deshalb ist es entscheidend, dass wir dort Verantwortung übernehmen, wo wir tatsächlich Handlungsspielraum haben. Aus Sicht der Stadt lassen sich fünf zentrale Handlungsfelder identifizieren:
Wärmeproduktion:
Die Wärmeversorgung von Gebäuden muss schrittweise ohne die Verbrennung fossiler Energieträger auskommen. Das bedeutet den konsequenten Ersatz von Öl- und Gasheizungen durch erneuerbare Lösungen wie Wärmepumpen, Fernwärme und andere klimafreundliche Systeme.Stromproduktion:
Der steigende Strombedarf infolge der Elektrifizierung von Verkehr und Wärme darf nicht zu neuen Emissionen führen. Ziel muss eine Stromversorgung sein, die vollständig auf erneuerbaren Energien basiert.Verkehr:
Die Stadt muss einen attraktiven, leistungsfähigen öffentlichen Verkehr sowie sichere Bedingungen für Fuss- und Veloverkehr gewährleisten. Nur so kann der motorisierte Individualverkehr schrittweise reduziert und der Verkehrssektor insgesamt dekarbonisiert werden.Bauen:
Der Bausektor verursacht erhebliche CO₂-Emissionen, insbesondere durch die Zementproduktion. Die Stadt soll deshalb emissionsarme Bauweisen und alternative Materialien fördern. Der Einsatz von konventionellem Beton ist dort zu reduzieren, wo technisch und wirtschaftlich sinnvolle Alternativen bestehen.CO₂-Abscheidung und -Speicherung:
In Bereichen wie der Kehrichtverbrennung, der Abwasserreinigung oder der Biogasproduktion entstehen unvermeidbare CO₂-Emissionen. Diese Emissionen müssen erfasst und langfristig sicher gespeichert werden. Solche Massnahmen ersetzen die Emissionsreduktion nicht, sind aber notwendig, um verbleibende Emissionen zu neutralisieren.Energiepolitik
Energiepolitik
Die Dekarbonisierung von Verkehr, Wärmeversorgung und Industrie führt zwangsläufig zu einem deutlich höheren Bedarf an elektrischer Energie. Damit diese Transformation gelingt, muss auch der zusätzliche Strom vollständig aus erneuerbaren Quellen stammen. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Netzstabilität und Versorgungssicherheit.
Die Stadt Zürich hat in der Vergangenheit Verantwortung übernommen und eine zuverlässige Energieversorgung für Bevölkerung und Wirtschaft sichergestellt. Diesen Anspruch müssen wir auch in Zukunft aufrechterhalten.
Während das Potenzial der Wasserkraft in der Schweiz weitgehend ausgeschöpft ist, besteht bei der Photovoltaik und – insbesondere für die Stromproduktion im Winter – bei der Windenergie noch erhebliches Ausbaupotenzial. Ein Teil dieser Produktion wird auch künftig ausserhalb des Stadtgebiets stattfinden müssen. Umso wichtiger ist eine enge und transparente Zusammenarbeit mit den betroffenen Standortgemeinden, um Akzeptanz für solche Projekte zu schaffen.
Da die Produktion von Solar- und Windstrom wetterabhängig und nur begrenzt steuerbar ist, braucht es zusätzliche Investitionen in Energiespeicher wie Pumpspeicherkraftwerke oder Batterien sowie in den Ausbau und die Stabilisierung der Stromnetze. Versorgungssicherheit ist eine zentrale Voraussetzung für die Akzeptanz der Energiewende in der Bevölkerung und in der Wirtschaft.
Finanzpolitik
Finanzpolitik
Zürich ist eine wachsende Stadt. Seit Ende der 1990er-Jahre ist die Bevölkerung um rund einen Viertel gewachsen. Dieses Wachstum erfordert erhebliche Investitionen in die öffentliche Infrastruktur: in den öffentlichen Verkehr, in Schulen, in die Wasser- und Energieversorgung, in Strassen und öffentliche Räume, in den Wohnbau.
Gesunde Finanzen bedeuten unter diesen Voraussetzungen nicht, auf notwendige Investitionen zu verzichten, sondern sie verantwortungsvoll zu finanzieren. Dazu gehört eine ausgewogene Kombination aus Eigenmitteln und Fremdkapital. Investitionen, die langfristigen Nutzen schaffen, dürfen und sollen teilweise auch über Schulden finanziert werden.
Gleichzeitig müssen wir verhindern, dass Menschen mit tiefen und mittleren Einkommen aus der Stadt verdrängt werden. Die Kosten für Wohnen, Gesundheitsversorgung und den täglichen Bedarf sind in den letzten Jahren stärker gestiegen als die Löhne. Diese Entwicklung betrifft längst nicht mehr nur sozial Schwächere, sondern reicht weit in den Mittelstand hinein. Eine lebenswerte Stadt braucht jedoch soziale Durchmischung und bezahlbaren Lebensraum.
Die Kombination aus hohen Investitionsbedarfen und sozialer Verantwortung erfordert eine klare Prioritätensetzung und Ausgabendisziplin. Das bedeutet, dass öffentliche Mittel gezielt dort eingesetzt werden müssen, wo sie einen konkreten Mehrwert für die Bevölkerung schaffen. Effizienz, Transparenz und eine sorgfältige Prüfung von Grossausgaben sind dabei zentrale Grundsätze einer verantwortungsvollen Finanzpolitik.
Politik
Beiträge zu Politik
Meine wichtigsten politischen Positionen
18.01.2026{tab title="Klimapolitik" theme="minimal" color="none"} Klimapolitik Der Klimawandel und die damit verbundenen Folgen wie das Artensterben gehören zu den grössten Herausforderungen, denen sich die...
Erhöhung der Militärausgaben nicht durchdacht
08.03.2022Krieg nahm wieder Einzug in Europa. Und viele Länder planen, ihren Militäretat zu erhöhen. Auch bei uns sind die Stimmen derer, die solches fordern, nicht zu überhören. Warum dies in meinen Augen...
Gedanken zu den Coronademos
30.04.2021Sei es Liestal, Altdorf, Schaffhausen oder letztes Wochenende Rapperswil. Die Coronademos geben Anlass zu Diskussion, vor allem auch das Verhalten von Behörden und Polizei.
Macht der Sprache – Sprache der Macht
07.03.2021Einst glaubte ich, natürliche Sprachen seien wie die Mathematik nur der neutrale Träger von Information. Aber das war auch die Zeit, als ich noch glaubte, gute Musik bestände in der korrekten...
Die Stadt Zürich und der kantonale Finanzausgleich
06.02.2019Immer wieder lassen sich einige rechte Politiker im Kanton zur Forderung hinreissen, der Stadt den Geldhahn abzudrehen. Das angesprochene Instrument ist der kantonale Finanzausgleich. Vor allem der...
Kantonaler Finanzausgleich und Wähleranteile
17.04.2018Nachdem nun neuerdings auch gewisse FDP-Exponenten dazu übergegangen sind, Gemeinden für „falsche“ politische Entscheidungen über den kantonalen Finanzausgleich bestrafen zu wollen ( NZZ ), wollte...
Meine erste Weisung
31.12.2017Nach wenigen Wochen in der Hochbaukommission durfte ich meine erste Weisung im Gemeinderat vorstellen und die Position der Kommissionsmehrheit vertreten. Es handelte sich dabei um den...
Beobachtung zum ersten August
02.08.2017Manche Dinge bemerkt man erst nach Jahren. So auch dies: In meiner Kindheit, da war der 1. August so eine Sache: in jedem Geranientopf steckte ein kleines Fähnchen mit dem Schweizerkreuz oder in den...
Warum wir bei der USR 3 über das Falsche diskutieren
18.01.2017Sollte die Unternehmenssteuerreform III (USR 3) angenommen werden, so prognostiziert der Bund, wird es zu Steuerausfälle von 1.1 Milliarden Franken jährlich auf Stufe Bund kommen. Über 3 Milliarden...
Corporate Dystopia
22.04.2016Ich war vielleicht 17 oder 18 Jahre alt, als ich Syndicate spielte. Ende 21. Jahrhundert ist die Welt mehr oder weniger aufgeteilt unter einer Handvoll mächtiger Konzerne, den Syndikaten. Diese...
Relativ sinkende Medianlöhne
27.03.2014Immer wieder wird über Löhne, sich öffnende Lohnscheren, Mindestlöhne etc. diskutiert. Datenmaterial ist meist auf beiden Seiten eher dürftig. Ich möchte deshalb in diesem Artikel keine Meinung...
Kapitaldeckungsverfahren vs. Umlagerungsverfahren
24.03.2014Wenn es um die Rente (aber auch um andere Sozialversicherungen) geht, gibt es zwei grundsätzliche Varianten, um diese zu finanzieren: Kapitaldeckungsverfahren und Umlagerungsverfahren. Doch was ist...
Das Oxymoron des Schweizer Nationalisten
04.03.2014Es gibt doch wirklich Leute, die beschimpfen sich selbst als Schweizer Nationalisten. Mal abgesehen davon, dass ich Nationalisten sowieso nicht mag, handelt es sich hierbei um einen Widerspruch in...
Ziel verfehlt
15.02.2014Die Gemeinderatswahlen sind mit der Nachzählung im Kreis 9 jetzt vermutlich definitiv. Die SP bleibt im Kreis 11 bei ihren 6 Sitzen, der zusätzliche Sitz, sowie die Sitze von EVP und SD gehen an...
Ich diskutiere nicht über Migrationspolitik
05.02.2014In der Politik gibt es weiche, verhandelbare und harte, unverhandelbare Positionen. Unter den harten nehmen die Extremen eine Sonderstellung ein. Und eigentlich vermeide ich Extrempositionen. Doch...
