Heute hat sich der Zürcher Gemeinderat mit den historischen Figurenköpfen in der Aula des Schulhauses Hirschengraben beschäftigt. Die Darstellungen stammen aus dem 19. Jahrhundert und beruhen auf einem Weltbild, das wir heute zu Recht kritisch hinterfragen.
Wie aber sollen wir mit solchen historischen Zeugnissen umgehen? Einfaches Entfernen oder Abdecken überzeugt mich nicht. Damit verschwinden die Objekte aus unserem Blick, jedoch bleibt die Geschichte dahinter. Genauso wenig scheint es mir korrekt, diese weiterhin beiläufig zu präsentieren, als wären sie unproblematischer Schmuck oder als würden wir gar das Weltbild dahinter gut heissen.
Solche Objekte sind Teil unserer Geschichte, auch wenn es uns heute unangenehm ist. Gerade deshalb sollten sie erhalten und zugänglich bleiben. Allerdings an Orten und in einer Form, die eine bewusste Auseinandersetzung ermöglichen. Dazu gehört eine historische Einordnung: Wie sind solche Darstellungen entstanden und weshalb beurteilen wir sie heute anders.
Nicht alles, was historisch wertvoll ist, sollte unreflektiert Teil unseres Alltags bleiben. Geschichte soll sichtbar bleiben, aber auch als solche verstanden werden.