In Seebach lässt sich die Entwicklung Zürichs beinahe wie in einem Geschichtsbuch lesen. Aus dem einstigen Bauerndorf wurde Ende des 19. Jahrhunderts ein Wohnort für die Arbeiterschaft der umliegenden Industrie. Später entstanden die grosszügigen, durchgrünten Wohnsiedlungen der Nachkriegszeit und heute wachsen neue, urbane Quartierteile.
Doch mit den Gebäuden verändert sich auch jedes Mal das gesellschaftliche Leben. Für Menschen, die seit Jahrzehnten hier wohnen, ist Seebach mehr als eine Ansammlung von Häusern und Strassen. Es ist ihre Heimat, verbunden mit Erinnerungen, Begegnungen und einem vertrauten Umfeld. Wenn dieses sich verändert, entsteht die Sorge, ein Stück dieser Heimat zu verlieren.
Diese Gefühle verdienen es, ernst genommen zu werden. Denn Stadtentwicklung bedeutet nicht nur, Raum für Menschen und Nutzungen zu schaffen. Es bedeutet auch, gewachsene Strukturen und soziale Beziehungen zu berücksichtigen.
Eine Stadt muss sich weiterentwickeln. Die Herausforderung besteht darin, Neues zu ermöglichen, ohne das Bestehende achtlos hinter sich zu lassen. Einfach einige alte Gebäude stehen zu lassen, reicht nicht.