Heute Morgen wurde das Kernkraftwerk Gösgen automatisch abgeschaltet. Damit fiel praktisch schlagartig ein Kraftwerk mit einer Leistung von rund einem Gigawatt oder rund 15% des schweizweiten Verbrauchs zu diesem Zeitpunkt weg.

Das klingt dramatisch. Doch unser Stromnetz ist genau auf solche Ereignisse vorbereitet. Im europäischen Verbundnetz stehen Reserven bereit, die innert Sekunden reagieren und unerwartete Leistungsausfälle kompensieren. Weitere Reserven übernehmen innerhalb weniger Minuten.

Bei Wind- und Solarstrom sieht die Herausforderung anders aus; Einzelne Kraftwerksausfälle sind vernachlässigbar, ihre Produktion schwankt aber mit dem Wetter. Diese Schwankungen lassen sich jedoch lokal über Stunden und europaweit über Tage im Voraus prognostizieren. 

Genau wie nukleare Produktion braucht auch diese Form der Stromproduktion entsprechende Regelreserven und ein angepasstes Netzmanagement. Die Herausforderungen an diese sind unterschiedlich. Aber Produktionsschwankungen erneuerbarer Energien grundsätzlich als grössere Gefahr für die Netzstabilität darzustellen, greift zu kurz.

Unser Stromsystem hat schon immer mit Schwankungen und Ausfällen umgehen müssen. Und es lässt sich auch an neue Anforderungen anpassen.