Bei Tamedia sollen erneut 34 Vollzeitstellen verschwinden. Das ist bitter für die Betroffenen, unnötig angesichts des Unternehmsgewinns und ein weiteres Zeichen dafür, wie sehr Journalismus unter Druck steht. Besonders besorgniserregend ist der schrittweise Verlust der lokalen Berichterstattung.
Künstliche Intelligenz kann Nachrichten aus aller Welt zusammentragen und zusammenfassen. Aber irgendjemand muss die Informationen zuerst beschaffen. Es braucht Journalist*innen, die vor Ort recherchieren, kritische Fragen stellen, Zusammenhänge erkennen und Geschichten aufdecken. Ansonsten erhalten wir irgendwann immer besser geschriebene Zusammenfassungen von immer weniger Vorkommnissen.
Als Mitglied des Zürcher Gemeinderats bin ich auf lokale Berichterstattung angewiesen. Sie liefert notwendige Informationen, zeigt andere Perspektiven auf und hilft, Entwicklungen einzuordnen sowie eigene Entscheidungen in der Retrospektive zu hinterfragen.
Gleichzeitig braucht es die unabhängige Medien, die uns Lokalpolitiker*innen auf die Finger schauen und wenn nötig auch darauf klopfen. Das ist vielleicht nicht immer angenehm, aber für unsere Demokratie ausgesprochen wichtig.