Für den Ersatzneubau des Betreuungsgebäude der Schule Auhof haben 89 Teams einen Projektvorschlag eingereicht. Das grosse Interesse am städtischen Projekt ist erfreulich, lässt mich aber auch nachdenklich werden.

Architekturwettbewerbe sind wichtig. Sie fördern gute Lösungen und eröffnen jungen Architekturbüros Chancen. Doch 89 ausgearbeitete Projekte bedeuten auch einen enormen Aufwand. Wenn jedes Team durchschnittlich 600 Arbeitsstunden investiert hat, kommen über 50'000 Stunden zusammen. Das entspricht 2/3 der Lebensarbeitszeit einer*s Architekt*in.

Die Stadt hat für diesen Wettbewerb 145'000 Franken Preisgeld vorgesehen. Doch dieses Preisgeld deckt nur einen minimalen Bruchteil der verursachten volkswirtschaftliche Kosten. Das wirtschaftliche Risiko tragen die Büros, für die sich die Teilnahme trotz der ungedeckten Kosten zu lohnen scheint.

Es geht mir nicht darum, offene Architekturwettbewerbe infrage zu stellen. Vielmehr sollten wir uns überlegen, wie sich der Aufwand begrenzen lässt, ohne den Wettbewerb und die Chancen kleiner Büros einzuschränken.

Denn am Ende des Tages bauen wir nur eines der 89 Projekte.